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Nature-Studie: Kolonialzeit machte Australiens Wälder anfälliger für Großbrände

Ein 1000 Jahre umfassender Seesediment-Kern zeigt: Nach dem Ende indigener Brandpflege breitete sich Eukalyptus stark aus, Feuer wurden heißer – lange vor der menschengemachten Erwärmung.

Eukalyptuswald im Südosten Australiens (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Haaslave185 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ein Forschungsteam um den Paläoökologen Michael-Shawn Fletcher von der University of Melbourne hat in der Fachzeitschrift Nature (online seit 7. Oktober 2026) die Feuer- und Vegetationsgeschichte eines Eukalyptuswaldes im Südosten Australiens über 1000 Jahre rekonstruiert. Grundlage ist ein Sedimentkern aus einem See im Croajingolong-Nationalpark, auf dem traditionellen Land der Gunaikurnai, deren Landrats-Organisation zu den Mitautoren zählt. Pollen und Holzkohle wurden mit Blei-210- und Radiokarbon-Daten zeitlich eingeordnet. Es handelt sich also um Messdaten aus einem natürlichen Archiv, nicht um eine Modellrechnung.

800 Jahre lang war die Landschaft den Daten zufolge ein offener, grasreicher Wald, den kleine, regelmäßige Kulturbrände offenhielten. Nach der britischen Kolonisierung, deren Beginn die Autoren auf 1788 legen, vervierfachte sich laut Studie der Eukalyptus-Anteil (der Nature-Bericht spricht von einer Verdopplung um 1840), holzige Sträucher breiteten sich aus, und ab Mitte des 19. Jahrhunderts stieg der Anteil von Holzkohle aus sehr heißen Bränden. Eine genaue Unsicherheitsspanne der Altersdatierung nennt die frei zugängliche Zusammenfassung nicht. Wichtig ist: Die Veränderungen setzten nach Angaben der Autoren ein, bevor die menschengemachte Erwärmung spürbar wurde.

Die Forscher beschreiben eine sich selbst verstärkende „katastrophale Waldbrandschleife“: Heißere Feuer fördern brennbarere Vegetation, die wiederum heißere Feuer nährt. Die Studie gebe „eine weitere Variable“ für die Bekämpfung des Problems, statt sich nur auf den Klimawandel zu konzentrieren, sagte Fletcher dem Magazin Nature. Bei den „Black Summer“-Feuern 2019/20 brannten im Südosten Australiens laut Nature mehr als acht Millionen Hektar Wald. Die Autoren halten es für unverzichtbar, indigenes Wissen in das Feuermanagement einzubeziehen; dass dies das Risiko verheerender Brände senkt – gerade bei weiterer Erwärmung –, ist ihre Schlussfolgerung, die die Studie selbst nicht getestet hat.

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