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Sturmflut im Test: Salzwiesen überstehen auch extreme Wellen erstaunlich gut

Großversuch mit bis zu 2 Meter hohen Wellen: Salzwiesenpflanzen verlieren im Schnitt etwa 30 % ihrer Biomasse, Entwurzelung bleibt selten. Wichtig für natürlichen Küstenschutz.

Salzwiese an der Küste (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Urs Neumeier / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5 (zugeschnitten und skaliert)

Ein Team um die Erstautorin Victoria Mason und den Küstenökologen Tjeerd Bouma (Universität Utrecht) hat in der Fachzeitschrift Communications Sustainability aus der Nature-Verlagsgruppe (8. Oktober 2026) untersucht, ob Salzwiesen extreme Stürme überstehen. Dafür setzten die Forscher drei typische Arten – Englisches Schlickgras, Schilf und Strandsimse – in der großen Delta-Wellenrinne des niederländischen Instituts Deltares Wellen von bis zu 2 Metern Höhe bei 4 Metern Wasserstand aus. Es handelt sich um ein Experiment mit Messdaten, ergänzt durch ein vereinfachtes Vorhersagemodell.

Im Mittel verloren die Bestände rund 30 % ihrer oberirdischen Biomasse, selbst unter den extremsten Bedingungen höchstens 66 %. Der Verlust ganzer Triebe lag an allen Tagen außer dem extremsten bei höchstens 15 %; an diesem Tag verlor das Schlickgras 34 %. Nach jedem Sturm blieben bei allen Arten mindestens 19 Zentimeter Pflanzendecke stehen, steife Stängel, die nicht mitschwingen konnten, brachen am häufigsten. Die Autoren nennen Grenzen: Pro Art und Versuchstag gab es nur drei Töpfe, die Pflanzen jeder Art stammten von einem Standort im Westerschelde-Ästuar, und die Strömung am Boden erklärte nur rund 9 % der Unterschiede beim Biomasseverlust.

Salzwiesen gelten als naturbasierter Küstenschutz, weil ihre Vegetation Wellen dämpft und Sediment festhält; die Autoren verweisen darauf, dass der Meeresspiegel weltweit im Mittel um rund 4,5 Millimeter pro Jahr steigt und Stürme örtlich häufiger und stärker werden könnten. Da Wurzeln und Restbewuchs überleben, sei zu erwarten, dass sich die Wiese bis zur nächsten Sturmsaison erholt. Die Kohlenstoffspeicherung der Salzwiesen kann laut den Autoren helfen, den Klimawandel abzuschwächen; gemessen hat die Studie sie allerdings nicht. Genauere Vor-Ort-Messungen der Vegetation würden die Vorhersagen nach Angaben der Forscher verbessern.

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