Firmenpleiten: Höchster Juli-Wert seit 13 Jahren – IWH erwartet Besserung
2.373 Unternehmen meldeten im Juli Insolvenz an, 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Laut IWH stiegen die Pleiten auch im September – für das vierte Quartal sieht das Institut eine Wende.

Archivbild · Foto: Brühl / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland bleibt hoch. Im Juli meldeten die Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 8,0 Prozent mehr als im Juli 2025. Einen höheren Juli-Wert hatte es zuletzt vor 13 Jahren gegeben. Von Januar bis Juli summierten sich die Firmeninsolvenzen auf 15.185, ein Plus von 6,9 Prozent.
Am stärksten betroffen war die Branche Verkehr und Lagerei mit 85,5 Fällen je 10.000 Unternehmen, gefolgt vom Gastgewerbe mit 70,0 und dem Baugewerbe mit 62,9. Der Durchschnitt lag bei 42,8. Die Forderungen der Gläubiger sanken dagegen auf rund 21,9 Milliarden Euro nach 31,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum, weil 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Firmen betroffen waren. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging im Juli um 5,9 Prozent auf 7.111 zurück.
Aktuellere Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigen für September 1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal sank die Zahl gegenüber dem Vorquartal aber um 2,3 Prozent auf 4.880. „Für das vierte Quartal darf insgesamt mit rückläufigen Insolvenzzahlen gerechnet werden“, sagte IWH-Forschungsleiter Steffen Müller. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer verweist auf hohe Energie- und Personalkosten sowie Bürokratie und fordert schnellere Reformen.
