Kreuzberg: Ladeninhaber mit Pfefferspray attackiert – Staatsschutz ermittelt
Ein 67-Jähriger hängte Zettel gegen Antisemitismus ins Schaufenster – dann griffen ihn Jugendliche laut Polizei an zwei Abenden mit Reizgas an. Das LKA prüft ein antisemitisches Motiv.

Symbolbild · Foto: Auge24.eu / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Ein 67 Jahre alter Geschäftsinhaber in Berlin-Kreuzberg ist nach Angaben der Polizei mutmaßlich aus antisemitischen Gründen mehrfach beleidigt und angegriffen worden. Der Mann hatte seit Anfang Oktober in seinen Schaufenstern Aushänge gegen Antisemitismus angebracht, die sich auf den Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 bezogen. Am Freitagabend wandte er sich an die Polizei.
Laut seinen Angaben betraten am 7. und 8. Oktober jeweils Gruppen von Jugendlichen das Geschäft, beleidigten ihn und sprühten ihm Pfefferspray ins Gesicht; zudem sei er geschlagen worden. Zeugen beobachteten nach Polizeiangaben bis zu acht Jugendliche auf E-Scootern, die gegen die Eingangstür traten und schlugen und sie beschädigten. Die Tatverdächtigen flüchteten jeweils, Festnahmen gab es bislang nicht.
Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung übernommen.
