Züge ohne Fahrer: Washington und Los Angeles prüfen vollautomatische U-Bahnen
In Washington könnte die Red Line frühestens 2033 ohne Menschen im Führerstand fahren, Los Angeles plant eine automatische Strecke. Gewerkschaften warnen, Befürworter verweisen auf Honolulu.

Archivbild · Foto: John Brighenti / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Mehrere US-Verkehrsbetriebe denken über fahrerlose Züge nach, berichtet die Nachrichtenagentur AP. In Washington hat der Verwaltungsrat der Metro im April einen fast eine Milliarde Dollar teuren Plan unterstützt, nach dem die Red Line frühestens 2033 ohne Menschen im Führerstand fahren könnte. Dazu gehören Schutzwände, die Fahrgäste von den Gleisen fernhalten. In Los Angeles läuft die Umweltprüfung für eine automatisierte unterirdische Schnellbahnstrecke durch die Santa Monica Mountains mit kürzeren, häufiger fahrenden Zügen.
Als Vorbild gilt Honolulu: Die aufgeständerte, fahrerlose Bahn Skyline ist laut AP das umfangreichste automatisierte Nahverkehrssystem der USA und soll nach Fertigstellung 19 Meilen (rund 31 Kilometer) lang sein. Einen Unfall oder eine Verletzung im Zusammenhang mit der Automatisierung habe es nicht gegeben, sagt Projektleiter Vance Tsuda. In Washington waren automatische Funktionen nach einem Unfall 2009 nahe der Station Fort Totten mit neun Toten abgeschaltet worden; die Behörde NTSB machte ein Wartungsproblem im automatischen Signalsystem verantwortlich. Seit 2024 sind sie schrittweise wieder in Betrieb.
Die Gewerkschaft Transport Workers Union lehnt fahrerlose Züge ab; ihr Präsident John Samuelsen nennt die Automatisierung „eine Katastrophe, die nur darauf wartet zu passieren“. Metro-Chef Randy Clarke betont, dass auch ohne Fahrer Personal für Wartung und Notfälle nötig bleibe. Der Stadtplanungsforscher David King von der Arizona State University sagt, öffentliches Vertrauen setze einen nahezu fehlerfreien Betrieb voraus.
