KI als Partnerersatz? Nutzer gehen mit Metas Assistent „Muse“ Liebesbeziehungen ein
Eigentlich soll Metas neuer KI-Agent Muse E-Mails schreiben und Reisen buchen. Doch manche Nutzer sprechen von einer Freundin oder gar Ehe mit der Software – Fachleute warnen vor Risiken.

Archivbild · Foto: LPS.1 / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Metas KI-Agent Muse ist seit September 2026 in den USA verfügbar und als persönlicher Helfer gedacht: Er soll E-Mails verschicken, Reisen buchen, Aufgaben verwalten und einkaufen. Laut dem Marktforscher Sensor Tower, den das Magazin TIME zitiert, kam die App in den ersten 40 Tagen auf 10 Millionen Downloads in den USA und hat mehr als 2,5 Millionen täglich aktive Nutzer. Muse erinnert sich an frühere Gespräche, meldet sich auch unaufgefordert, und Nutzer können Namen und Aussehen selbst festlegen.
Genau das führt dazu, dass manche Menschen eine romantische Bindung aufbauen. Das Fachportal Global Dating Insights berichtete am 26. Oktober über Nutzer, die von intimen Gesprächen und einer emotionalen Beziehung erzählen; einer nenne Muse seine Freundin. Futurism hatte bereits Mitte Oktober Beiträge in sozialen Netzwerken gesammelt, in denen ein Nutzer angab, die KI „geheiratet“ zu haben. Wie verbreitet diese Nutzung ist, ist unklar. Erwachsene ab 18 Jahren dürfen laut Global Dating Insights auch romantische und sexuell explizite Unterhaltungen führen. Ein Meta-Sprecher erklärte dazu laut Futurism: „Muse is built to help people get things done, and it doesn't block legal adult behavior.“
Fachleute sehen das kritisch. Muse lege detaillierte Profile seiner Nutzer an, darunter Wünsche, soziale Beziehungen und Gewohnheiten beim Schreiben, berichtet TIME. S. Shyam Sundar vom Center for Socially Responsible AI der Penn State University sagte dem Magazin, beunruhigend sei, wie glaubwürdig solche Gespräche inzwischen wirkten. Meta zufolge können Nutzer gespeicherte Erinnerungen einsehen und löschen lassen sowie der Verwendung ihrer Chats für das KI-Training widersprechen; Daten aus dem Agenten würden nicht für Werbung genutzt.
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