US-Botschafter Waltz: Iran-Krieg könnte noch ein Jahr dauern
Laut Waltz sind die US-Ziele erst mit der Abgabe des hoch angereicherten Urans erreicht. Die Seeblockade soll bleiben, US-Botschafter Barrack hält einen Angriff schon am Wochenende für möglich.

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Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, rechnet mit einem langen Krieg gegen Iran. Der Konflikt könne noch ein weiteres Jahr dauern, sagte er der „Financial Times“, wie CBS News berichtete. Er hoffe, dass Iran vorher an den Verhandlungstisch komme. Die USA erreichten ihre zentralen Ziele aber erst, wenn Teheran sein hoch angereichertes Uran abgebe und einer „sinnvollen Vereinbarung“ über die eigene Urananreicherung zustimme. Die Marine könne die Blockade iranischer Häfen auf absehbare Zeit aufrechterhalten. Präsident Donald Trump hatte zu Kriegsbeginn Ende Februar noch von „vier bis fünf Wochen“ gesprochen.
Die erneute Seeblockade erreichte nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom am Donnerstag ihren 100. Tag; laut Centcom hat sie Iran Rohölexporte im Wert von mindestens 25 Milliarden Dollar verwehrt. Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, hielt einen Angriff auf Iran schon an diesem Wochenende für möglich, obwohl Trump zuvor zugesagt hatte, vor den Kongresswahlen am 3. November nicht anzugreifen. Trump sei aber offen für eine Einigung, sagte Barrack, der laut CBS News keine direkte Rolle in der Iran-Politik hat. Trump selbst sagte, er wisse davon nichts. Nach Berichten der „New York Times“ haben die USA und Israel Pläne für Angriffe nach den Wahlen ausgearbeitet.
Teheran zeigt sich unbeeindruckt. Die Revolutionsgarden meldeten, zwei Supertanker mit zusammen mehr als 4,5 Millionen Barrel Rohöl seien auf einer „nicht genehmigten“ südlichen Route durch die Straße von Hormus auf Minen gelaufen, die Besatzungen hätten die Schiffe verlassen; unabhängig bestätigt ist das nicht. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg am Freitag zeitweise auf den Kriegshöchststand von über 117 Dollar. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte laut Gulf News, US-Waffenlieferungen würden „nicht ewig weiterkommen“; Israel müsse sich auf mögliche Sanktionen einstellen.
