Carney weist US-Vorwurf zurück: Kanada mischt sich nicht in die Midterms ein
Kanadas Premier Mark Carney nennt Vorwürfe von US-Botschafter Pete Hoekstra haltlos. Ottawa hat seine Diplomaten angewiesen, Auftritte mit Kandidaten der US-Kongresswahl zu meiden.
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Kanadas Premierminister Mark Carney hat Vorwürfe aus Washington zurückgewiesen, kanadische Politiker mischten sich in die US-Kongresswahlen am 3. November ein. „An diesen Behauptungen ist nichts dran“, sagte Carney am Freitag bei einer Pressekonferenz in Istanbul, wie die Nachrichtenagentur The Canadian Press berichtet. Er sei enttäuscht, dass ausgerechnet der US-Botschafter solche Vorwürfe verbreite. Kanada sei mit seiner umfangreichen diplomatischen Präsenz in den USA sehr darauf bedacht, nicht einmal den Anschein einer Einmischung in Wahlen zu erwecken.
Der US-Botschafter in Ottawa, Pete Hoekstra, hatte Anfang Oktober in einem Podcast erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump beobachte kanadische Politiker vor den Midterms genau, und sie aufgefordert, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten. Dabei nannte er Industrieministerin Mélanie Joly. Die US-Botschaft veröffentlichte später nach Angaben des Senders CTV ein Informationsblatt, das Kanada Einmischung in den Jahren 2025 und 2026 vorwirft und neben Joly auch Ontarios Premier Doug Ford und den liberalen Abgeordneten Anthony Housefather nennt.
Kanadische Diplomaten in den USA wurden in dieser Woche angewiesen, sich in einer Phase „erhöhter Sensibilität“ nicht mit Kandidaten der Kongresswahl zu treffen oder an deren Veranstaltungen teilzunehmen. Laut Carney hatte das Außenministerium schon lange vor den Vorwürfen gemahnt, genau darauf zu achten, mit wem man auch nur gesehen werde. Auf die Frage, ob die USA Kanada für Verluste der Republikaner verantwortlich machen und mit Zöllen reagieren könnten, sagte Carney, er sehe das nicht, könne das Vorgehen der USA aber nicht vorhersagen.
