Flughafen Sofia: Regierung lässt Konzession mit Hilfe der IFC durchleuchten
Verkehrsminister Peew will den Konzessionär strenger kontrollieren. Wichtiger als die ausstehende Gebühr seien Investitionen in Pisten, Vorfelder und Sicherheit, sagt er.

Archivbild · Foto: Apostoloff / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgariens Staat verschärft die Kontrolle über die Konzession für den Flughafen „Wassil Lewski“ in Sofia. Verkehrsminister Georgi Peew und seine Stellvertreterin Christina Welinowa trafen Vertreter der International Finance Corporation (IFC), einer Tochter der Weltbankgruppe, wie Eurocom berichtet. Mit ihrer Hilfe soll das wirtschaftliche Gleichgewicht des Vertrags analysiert und die Formel dafür klarer gefasst werden; zudem sollen die Zahlungen an die Staatskasse wieder aufgenommen werden. „Най-големият въпрос не е само дали концесионерът ще започне да плаща годишната концесионна такса“, sagte Peew (Die größte Frage ist nicht nur, ob der Konzessionär die jährliche Gebühr zu zahlen beginnt). Entscheidend sei, ob die nötigen Investitionen rechtzeitig erfolgten – etwa in Start- und Landebahnen, Vorfelder und Rollwege.
Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit. Nach einem Bericht von Mediapool vom Juni hatte der Konzessionär SOF Connect 2021 wegen der Pandemie per Zusatzvereinbarung einen Aufschub der Gebühr um zehn Jahre erhalten, rund 255 Millionen Euro wurden in die letzten Jahre der Konzession verschoben. Der Staat bezifferte die Zahlung für 2026 demnach auf 40 Millionen Euro, der Konzessionär bot 9 Millionen und verlangte nach Angaben des Ministeriums 70 bis 80 Millionen Euro Ausgleich für Pistenreparaturen. Die 35-jährige Konzession war 2020 unterzeichnet worden.
