Sacharow-Preis 2026 geht an den Internationalen Strafgerichtshof
Das Europaparlament zeichnet den Strafgerichtshof in Den Haag und seine Mitarbeiter aus – weniger als zwei Wochen nach neuen US-Sanktionen gegen das Gericht.
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Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2026 geht an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und seine Mitarbeiter. Parlamentspräsidentin Roberta Metsola gab die Entscheidung der Konferenz der Präsidenten am Donnerstag in Straßburg bekannt; die Abgeordneten erhoben sich zu stehendem Applaus. „Die EU beruht auf der Achtung des Multilateralismus und internationaler Institutionen“, sagte Metsola. Der Preis würdige „die wichtige Arbeit des Gerichtshofs bei der Wahrung des Völkerrechts und der Gerechtigkeit“.
Nach Angaben von Reuters hatte US-Präsident Donald Trump weniger als zwei Wochen zuvor Sanktionen gegen das Gericht angekündigt. Trump geht seit Langem gegen den IStGH vor, verstärkt seit dessen Haftbefehlen von 2024 gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und seinen früheren Verteidigungsminister. IStGH-Präsidentin Tomoko Akane verwies auf die „beispiellosen Herausforderungen“ für das Gericht; der Preis unterstreiche die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und Unterstützung: „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Sicherheit ohne Recht.“
Zu den Finalisten zählten auch der tansanische Oppositionspolitiker Tundu Lissu sowie Taraneh und Romina Rahimi, die für Verfolgte des iranischen Regimes stehen. Metsola sagte, sie gehörten nun „zu unserer Sacharow-Familie“. Der seit 1988 vergebene Preis wird bei der Plenartagung im Dezember in Straßburg überreicht.
