Bahn-Netzchef: Fernzüge werden erst ab 2029 wieder pünktlicher
InfraGo-Chef Philipp Nagl nennt 2029 als Wendepunkt. Bis dahin bremsen marode Weichen, Oberleitungen und Stellwerke den Fernverkehr – Störungen an der Infrastruktur nahmen 2026 um 40 Prozent zu.

Symbolbild · Foto: Geoprofi Lars / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich noch Jahre gedulden: Der Chef der Netztochter DB InfraGo, Philipp Nagl, rechnet erst ab 2029 mit spürbar pünktlicheren Fernzügen. Dann seien die schwierigsten Generalsanierungen abgeschlossen, sagte er der „Zeit“. Die Strecke Hannover–Berlin wird bis Ende 2027 erneuert, Hamburg–Hannover folgt 2029.
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr ist trotz der Sanierungen gesunken – von 64 Prozent im Jahr 2023 auf rund 60 Prozent im vergangenen Jahr; 2026 dürfte der Wert nach dpa-Angaben noch schlechter ausfallen. Das Ziel des Verkehrsministeriums von mindestens 70 Prozent bis Ende 2029 ist damit weit entfernt.
Als Hauptgrund nennt Nagl die überalterte Technik. Verspätungen durch Störungen an Weichen, Oberleitungen und Stellwerken hätten 2026 um 40 Prozent zugenommen, auch wegen eines sehr kalten Winters und eines heißen Sommers. Zudem seien Strecken wie Hamburg–Berlin heute viel stärker ausgelastet als einst geplant.
