Ein Jahr nach dem Louvre-Raub: Die Kronjuwelen bleiben verschwunden
Am 19. Oktober 2025 erbeuteten Diebe im Louvre acht Schmuckstücke im Wert von rund 88 Millionen Euro. Ein Jahr später fehlt von ihnen jede Spur.

Archivbild · Foto: Wilfredor / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Am 19. Oktober 2025 drangen als Arbeiter verkleidete Täter mit Trennschleifern in den Pariser Louvre ein und stahlen acht Objekte aus den französischen Kronjuwelen, deren Wert auf rund 88 Millionen Euro geschätzt wird. Darunter sind Schmuckstücke der Kaiserin Eugénie, der Ehefrau Napoleons III., etwa eine Brosche. Präsident Emmanuel Macron hatte den Diebstahl als Angriff auf die Geschichte Frankreichs bezeichnet. Zum Jahrestag berichtet die Nachrichtenagentur AFP, dass die Juwelen weiterhin in der Datenbank gestohlener Kunstwerke von Interpol als vermisst geführt werden.
Die vier mutmaßlichen Haupttäter wurden innerhalb von zehn Tagen festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft; ein Prozesstermin ist nicht bekannt. Zuletzt waren die Juwelen auf Aufnahmen einer Überwachungskamera in einem unterirdischen Lagerraum in Aubervilliers zu sehen, einem Vorort im Norden von Paris, in dem alle Verdächtigen wohnen. Ein rund 100-köpfiges Ermittlerteam durchsuchte Wohnungen, Keller, Garagen und Dachböden der Verdächtigen und ihrer Familien – ohne Erfolg. Zwei Verdächtige behaupten, ein Drahtzieher sei beteiligt gewesen; Ermittler sind laut einer Quelle aus dem Umfeld des Falls skeptisch.
Experten halten verschiedene Szenarien für möglich. „Es gab eine kurze Zeitspanne, in der sie sie in einer Wand versteckt oder vergraben haben könnten“, sagte Christopher Marinello von Art Recovery International. Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand setzt darauf, dass ein Verdächtiger auspackt, und nannte Antwerpen als wahrscheinlichstes Ziel der Diamanten. Corrado Catesi, Leiter der Interpol-Einheit für gestohlene Kunst, sagte, die Wiederbeschaffung könne zwischen drei Monaten und 40 Jahren dauern.
