Schwarzes Meer: Nato-Rat berät heute nach Drohnenabschüssen über Rumänien
Nach Drohnenangriffen auf Schiffe und dem Abschuss zweier Drohnen durch rumänische F-16 berät die Nato über die Sicherheit im Schwarzen Meer. Auch das EU-Parlament debattiert.

Archivbild · Foto: Staff Sgt. Jacob Wongwai / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der Nordatlantikrat, das wichtigste politische Gremium der Nato, kommt heute (Dienstag) zusammen, um über Verteidigung und Abschreckung im Schwarzen Meer zu beraten. Das kündigte Rumäniens Außenministerin Oana Țoiu an. Am Samstag hatten rumänische F-16-Kampfjets zwei Drohnen über den Hoheitsgewässern des Landes abgeschossen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruță handelte es sich wahrscheinlich um neueste russische Modelle vom Typ Geran-4 mit Turboprop-Antrieb und rund 450 km/h – erstmals habe Rumänien solche Drohnen abgeschossen.
Tage zuvor hatten Drohnen zwei Chemikalientanker getroffen, die nahe dem Sulina-Kanal ankerten, einer Exportroute der Ukraine. Eine Nato-Quelle sagte Reuters, die Tanker seien von russischen Drohnen getroffen worden. Rumänische Behörden suchen noch nach sieben vermissten Besatzungsmitgliedern. Laut Reuters wurden in den vergangenen zwei Wochen mindestens fünf weitere Frachtschiffe vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens getroffen, 23 Seeleute gelten als tot oder vermisst.
Auch das Europaparlament in Straßburg debattiert heute über den Schutz der EU-Ostflanke und die Schwarzmeerstrategie der Union. In Moldau stürzte unterdessen in einem nördlichen Bezirk nahe der ukrainischen Grenze eine weitere Drohne ab, ohne Verletzte. Zuvor waren am Donnerstag und Freitag binnen gut 17 Stunden fünf als russisch identifizierte Drohnen auf moldauischem Gebiet niedergegangen.
