Griechenland: Zwölf Migranten vor Samos und Lesbos ertrunken, darunter ein Baby
Bei zwei getrennten Unglücken kenterten Migrantenboote während Verfolgungen durch die Küstenwache. Vor Lesbos stieß ein Schnellboot mit einem Patrouillenschiff zusammen.

Archivbild · Foto: Costis Stefanou / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Bei zwei getrennten Unglücken vor den griechischen Inseln Samos und Lesbos sind am Montag mindestens zwölf Migranten ums Leben gekommen. Nach Angaben der Küstenwache war ein Schnellboot zunächst mit hoher Geschwindigkeit in türkischen Hoheitsgewässern entdeckt worden, bevor es in griechische Gewässer fuhr. Etwa 3,7 Seemeilen nördlich von Samos kenterte es nach einem scharfen Manöver. Fünf Männer und eine Frau starben, 14 Männer wurden gerettet.
Vor der Südostküste von Lesbos nahe Agrilia stieß ein Schnellboot mit Migranten während einer Verfolgung mit einem Patrouillenboot der Küstenwache zusammen und kenterte. Sechs Menschen starben, darunter ein Baby. Acht Überlebende, darunter zwei Kinder, kamen in ein Krankenhaus in Mytilini. Laut Küstenwache fuhr das Boot ohne Positionslichter. Schifffahrtsminister Vassilis Kikilias sagte, nach ersten Erkenntnissen habe der Bug des Schnellboots die linke Seite des Patrouillenboots gerammt. Die Umstände werden untersucht. Zwei mutmaßliche Bootsführer wurden festgenommen.
„Schleuser bringen Migranten in große Gefahr“, sagte Migrationsminister Thanos Plevris. Im Februar waren vor Chios mindestens 15 Migranten nach einer Kollision mit einem Patrouillenboot gestorben. Laut der EU-Asylagentur gingen in der EU im ersten Halbjahr 2026 rund 332.000 Anträge auf internationalen Schutz ein – 17 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
