Wegen KI-Missbrauchs: Dekompilierungs-Portal decomp.dev stellt Projektindex ein
Eine der wichtigsten Seiten für das Zurückverwandeln alter Spiele in Quellcode zieht sich zurück. Der Betreiber beklagt, KI habe den Gemeinschaftsgedanken der Szene beschädigt.

Symbolbild · Foto: Evan-Amos / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die Website decomp.dev, eine der größten Anlaufstellen der Dekompilierungs-Szene, wird schrittweise eingestellt. Das berichtet das Fachportal VGC. Die Seite listete Projekte, in denen Fans klassische Spiele in lesbaren Quellcode zurückverwandeln, und zeigte deren Fortschritt an. Solche Projekte ermöglichen etwa PC-Umsetzungen mit höheren Bildraten oder Breitbildunterstützung. Der Hauptindex und das Eintragen neuer Projekte sind bereits abgeschaltet, einzelne Projektseiten und historische Daten bleiben erhalten.
Als Grund nennt der Betreiber, ein Hobby-Entwickler, den Einsatz von KI. Diese könne die Dekompilierung zwar erheblich beschleunigen, doch „Bad Actors“ missbrauchten sie auf zunehmend problematische Weise; der Gemeinschaftsaspekt sei dadurch zerbrochen. Laut VGC werden laufende Projekte kopiert und mithilfe von KI „fertiggestellt“, zudem würden KI-generierte Portierungen fälschlich als Dekompilierungen ausgegeben.
Als öffentlicher Index und Rangliste richte decomp.dev inzwischen mehr Schaden als Nutzen an, heißt es in der Mitteilung. Als einzelner Hobby-Entwickler habe er weder die Energie noch den Wunsch festzulegen, was eine „gute“ Dekompilierung ausmache.
