Pause in der KI-Hochburg: San Francisco stoppt neue Rechenzentren für 45 Tage
Bürgermeister Daniel Lurie hat ein Moratorium unterzeichnet, das der Stadtrat einstimmig beschlossen hatte. In der Pause sollen Regeln zu Strom, Wasser und Mitsprache der Anwohner entstehen.

Archivbild · Foto: Dllu / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
San Francisco lässt vorerst keine neuen Rechenzentren zu. Bürgermeister Daniel Lurie hat ein stadtweites Moratorium unterzeichnet, das zunächst 45 Tage gilt, wie der „San Francisco Standard“ am Freitag berichtete. Der Stadtrat hatte die Vorlage von Stadtrat Shamann Walton in der Woche zuvor einstimmig beschlossen; auch ohne Luries Unterschrift wäre sie in Kraft getreten. Die Pause kann laut der Zeitung auf bis zu 22 Monate verlängert werden.
Walton begründet den Schritt mit Lücken im Baurecht: Die Bauordnung der Stadt enthalte keine echte Definition von Rechenzentren. Nach früheren Recherchen der Zeitung wusste das Planungsamt nicht einmal, wie viele es in der Stadt gibt; das Verzeichnis Data Center Map listet mindestens sechs, zwei davon im Viertel Bayview-Hunters Point. Walton fordert Transparenz über den Wasser- und Energiebedarf, verbindliche Vorteile für die Nachbarschaft und echte Mitsprache der Anwohner, bevor Projekte genehmigt werden.
In den 45 Tagen soll das Planungsamt die Auswirkungen von Rechenzentren untersuchen und Vorgaben ausarbeiten. Lurie kündigte an, die Stadt werde einen „durchdachten, verantwortungsvollen Rahmen“ entwickeln und dabei die Bedürfnisse der Anwohner, niedrige Strompreise sowie sauberes Wasser und saubere Luft in den Mittelpunkt stellen.
