Mauritius verhängt Ausgangssperre nach Unruhen wegen Polizeischüssen
Nachdem ein Polizist eine junge Frau angeschossen hatte, brannten Barrikaden, Polizeiwachen wurden beschädigt. Premier Ramgoolam ordnete eine nächtliche Ausgangssperre an.

Archivbild · Foto: Arne Müseler / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
Mauritius hat nach einer Nacht der Unruhen eine Ausgangssperre für die Hauptstadt Port Louis und weitere größere Orte verhängt. Sie gilt nach Angaben von Premierminister Navin Ramgoolam von 20.30 Uhr bis 6 Uhr Ortszeit. Auslöser war laut Reuters, dass ein Polizist eine 27-jährige Frau auf dem Heimweg von der Arbeit angeschossen hatte; sie wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums erfolgreich operiert. Gegen einen Polizeisergeanten wurde Medienberichten zufolge Anklage erhoben, die Polizei ermittelt.
Demonstranten zündeten am Montagabend Reifen an und blockierten Straßen. Laut „Rio Times“ wurden Polizeiwachen in Bambous und Barkly beschädigt, zehn Menschen festgenommen und drei Polizisten verletzt; Todesopfer wurden nicht bestätigt. Prüfungen für mehr als 33.000 Schülerinnen und Schüler wurden verschoben, einige Schulen blieben geschlossen. Oppositionspolitiker riefen zur Mäßigung auf, das Kabinett wollte am Mittwoch über die Lage beraten.
