Huthis greifen Aramco-Gebäude an – Luftangriffe auf Ölanlagen im Jemen
Nach Luftangriffen der saudisch geführten Koalition auf Ölanlagen im Jemen nehmen die Huthis Saudi-Arabiens Ölkonzern ins Visier. Trump bringt Erdoğan als Helfer ins Spiel.

Symbolbild · Foto: Tony Webster / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die mit Iran verbündeten Huthis haben am Dienstag nach Angaben eines saudischen Energieministeriumsvertreters ein Verwaltungsgebäude des Ölkonzerns Aramco in Dhahran angegriffen. Die Behörden rückten zu einem durch den Angriff ausgelösten Brand aus; Verletzte oder Tote meldete die Staatsagentur SPA nicht. Trümmer zweier über Riad abgefangener Raketen verletzten laut Zivilschutz vier Menschen und beschädigten 15 Häuser. Zuvor hatte die saudisch geführte Koalition Zivilisten aufgefordert, eine zentrale Station der staatlichen Ölgesellschaft in Sanaa zu räumen; kurz darauf waren Explosionen zu hören. Das von den Huthis geführte Gesundheitsministerium meldete zwei Tote bei einem Angriff in Hodeida.
Huthi-Sprecher Yahya Saree erklärte saudische Ölanlagen zum „legitimen Ziel“ und rief zur Räumung auf – auch für den Flughafen King Khalid in Riad. Koalitionssprecher Turki al-Maliki sagte, die Huthis hätten in der Anlage in Sanaa Raketen und Drohnen gelagert; die Ölgesellschaft sprach von leeren Tanks. Das saudische Kabinett unter Kronprinz Mohammed bin Salman kündigte an, die Huthis würden „die Konsequenzen“ tragen.
US-Präsident Donald Trump sagte, die Huthis verhielten sich „sehr schlecht“, und erklärte, er könnte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bitten, Saudi-Arabien zu unterstützen. Erdoğan sicherte dem Kronprinzen nach Angaben seines Büros telefonisch zu, Ankara werde an der Seite Riads stehen. Laut UN wurden im Jemen seit August mindestens 46 Zivilisten getötet, mehr als 200.000 Menschen sind seit September vertrieben worden.
