WHO: Cholera-Verdachtsfälle im Jemen binnen drei Wochen verdreifacht
Krieg und Vertreibung treiben die Zahlen nach oben. Von den 31 Millionen Dollar, die die WHO für ihre Nothilfe braucht, ist bislang nur ein Bruchteil gesichert.

Symbolbild · Foto: T3n60 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle im Jemen hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) binnen drei Wochen verdreifacht: von 217 in der Woche vom 6. bis 12. September auf 647 vom 27. September bis 3. Oktober. In diesem Jahr wurden bislang 8.034 Verdachtsfälle und 27 Todesfälle gemeldet, rund ein Viertel der Fälle in den vergangenen vier Wochen. Die WHO führt den Anstieg auf den eskalierenden Krieg, Vertreibung und überfüllte Unterkünfte zurück; laut IOM sind mehr als 217.000 Menschen geflohen.
„Familien, die vor dem Konflikt fliehen, sind nun einer weiteren Bedrohung durch Krankheiten ausgesetzt, die verhindert und behandelt werden können“, sagte Annette Heinzelmann, WHO-Nothilfedirektorin für die Region. Für einen 90-tägigen Notfallplan braucht die Organisation 31 Millionen Dollar, gesichert sind 3,78 Millionen. Überfüllung, mangelnder Zugang zu sauberem Wasser und gestörte Gesundheitsdienste setzen nach WHO-Angaben immer mehr Menschen Cholera, Masern und anderen vermeidbaren Krankheiten aus.
