Jemen: Taiz erneut belagert – Benzinpreis hat sich verdreifacht
Nachdem die Huthi die letzte große Zufahrt gekappt haben, leben in Taiz rund drei Millionen Menschen unter Belagerung. Sprit- und Lebensmittelpreise steigen, die Behörden bitten die UN um Hilfe.

Archivbild · Foto: Rod Waddington / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Stadt Taiz im Südwesten des Jemen ist erneut von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten, berichtet Al Jazeera. Bis zum 4. Oktober eroberten die Huthi al-Turbah und kappten damit die letzte große Straße zwischen der Stadt und den übrigen Regierungsgebieten; auch der östliche Übergang in den Huthi-Norden ist inzwischen geschlossen. In den regierungskontrollierten Teilen der Provinz leben rund 2,8 Millionen Menschen, dazu etwa 200.000 kürzlich Vertriebene.
Auf dem Schwarzmarkt stieg der Preis für einen 20-Liter-Kanister Benzin von 30.000 auf 90.000 Rial (von 19 auf 58 Dollar). Mehl und Weizen verteuern sich, Gemüse und Obst kosten etwa doppelt so viel wie zuvor. „Die Belagerung ist umfassender und ihre Folgen sind schwerer als 2015“, sagte Nabil Jamil, Leiter der Planungsbehörde der Provinz. Die Behörden baten die Vereinten Nationen schriftlich um Hilfe und warten nach eigenen Angaben noch auf Antwort.
Unterdessen meldeten die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen Geländegewinne nahe der Meerenge Bab al-Mandab, durch die rund zwölf Prozent des Welthandels laufen, haben sie aber nicht unter Kontrolle. Die Huthi erklärten, sie hätten den Angriff zurückgeschlagen; die Insel Mayun ist weiter in ihrer Hand. Die Regierungstruppen hatten Anfang Oktober mit saudischer Unterstützung eine Gegenoffensive begonnen.
