Berlin --:--Montag, 26. Oktober 2026
LIVE
EuropaNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Europa ·

Krawalle in Barcelona: 128 Festnahmen – mehr als die Hälfte minderjährig

Ein nach französischem Vorbild im Netz verbreitetes Treffen endete in Plünderungen im Zentrum. 15 Polizisten wurden verletzt, Bürgermeister Collboni will Schadenersatz.

Symbolbild: Einsatzwagen der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra in Barcelona

Symbolbild · Foto: Francesc 2000 / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Krawallnacht im Zentrum von Barcelona: Rund um die Plaça de Catalunya warfen Gruppen junger Leute, viele schwarz gekleidet und vermummt, Steine auf die Polizei, errichteten Barrikaden, zündeten Müllcontainer an und schlugen Schaufenster ein. Das Treffen am Samstagabend war in sozialen Netzwerken als „Instituts Indignats“ verbreitet worden – nach dem Vorbild der französischen Schülerbewegung „Lycéens Indignés“. Spanischen Medien zufolge waren in der Spitze rund 600 Menschen vor Ort.

Festgenommen wurden 128 Menschen, nach Polizeiangaben vom Sonntag darunter 72 Minderjährige. 15 Polizisten wurden verletzt, 14 davon von der katalanischen Polizei Mossos d'Esquadra. 23 Geschäfte wurden laut Polizei beschädigt. Bürgermeister Jaume Collboni kündigte an, die Stadt werde sich den Verfahren anschließen und Schadenersatz verlangen – auch von Eltern Minderjähriger: „Das wird nicht so bleiben. Wir werden bis zum Ende gehen.“

Kataloniens Regierungschef Salvador Illa verteidigte den Polizeieinsatz. „Protestieren ist ein demokratisches Recht“, schrieb er, Gewalt habe in Katalonien aber keinen Platz. Die Behörden betonten, die Randalierer hätten nichts mit dem friedlichen Protestcamp für das Recht auf Wohnen auf dem Platz zu tun. Wegen der Wohnungskrise ist in Spanien für den 11. November ein Generalstreik angekündigt.

Mehr aus dem Ressort

← Europa