Love-Scamming: In den USA müssen Dating-Apps Nutzer künftig vor Betrügern warnen
Ein neues US-Gesetz verpflichtet Plattformen, alle zu informieren, die mit einem wegen Betrugs gesperrten Profil geschrieben haben. Laut FTC verloren Amerikaner 2025 rund 1,48 Mrd. Dollar an Liebesbetrüger.

Symbolbild · Foto: Océanos y dados / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
In den USA müssen Dating-Apps und Partnerbörsen ihre Nutzer künftig aktiv vor Liebesbetrügern warnen. Der Romance Scam Prevention Act wurde am 20.10.2026 mit der Unterschrift von Präsident Donald Trump zum Gesetz, wie Ripon Advance, das Journalistennetzwerk ICIJ und das Fachmedium American Banker berichteten. Der parteiübergreifende Entwurf stammt im Repräsentantenhaus vom Republikaner David Valadao, im Senat unterstützten ihn Marsha Blackburn und John Hickenlooper; dort wurde er Ende September einstimmig angenommen. Die neuen Pflichten für die Plattformen gelten ein Jahr nach der Unterzeichnung, also ab Oktober 2027.
Die Plattformen müssen demnach jeden Nutzer benachrichtigen, der eine Nachricht von einem später wegen Betrugs gesperrten Konto erhalten hat – in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Sperre. Der Hinweis soll das Profil nennen, den Zeitpunkt des letzten Kontakts angeben und darauf hinweisen, dass die Person womöglich eine falsche Identität benutzt hat. Dazu kommen Tipps gegen Betrug und die Warnung, kein Geld und keine Finanzdaten zu verschicken. Durchsetzen sollen das die Verbraucherschutzbehörde FTC und die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten. Laut American Banker haben mindestens vier Bundesstaaten bereits ähnliche Regeln: Vermont, Arizona, Utah und New York.
Das Ausmaß des Problems ist groß. Nach FTC-Zahlen, die American Banker zitiert, meldeten Verbraucher in den USA 2025 Verluste durch Liebesbetrug von 1,48 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als 2024; laut ICIJ gingen mehr als 70.000 Meldungen ein. Fast 60 Prozent der Betroffenen gaben an, der Betrug habe in sozialen Netzwerken begonnen. „Dating-Apps sind zu einer neuen Front für Betrüger geworden, die Menschen manipulieren und ihr Geld stehlen wollen“, sagte der Abgeordnete Tom Suozzi laut einer Mitteilung von Valadaos Büro. Ein Sprecher von Match Group, Mutterkonzern von Tinder und Hinge, begrüßte gegenüber American Banker einen „nationalen Standard“, betonte aber, Liebesbetrug sei ein gesellschaftliches Problem, das kein Unternehmen allein lösen könne.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
