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Italien: Mailand bleibt unter Militärschutz friedlich – Rangeleien in Rom und Turin

Eine Woche nach den Plünderungen marschierten in Mailand rund 10.000 junge Menschen ohne Zwischenfälle. In Rom und Turin kam es zu Zusammenstößen, landesweit gab es neun Festnahmen.

Symbolbild: Piazza Cordusio im Zentrum Mailands

Symbolbild · Foto: Paolobon140 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Eine Woche nach Krawallen und Plünderungen in Norditalien ist der neue Protesttag in Mailand friedlich verlaufen. Nach Angaben von Al Jazeera zogen in der Spitze rund 10.000 meist junge Menschen fast vier Stunden lang durch die Stadt bis zum Polytechnikum. Regierungschefin Giorgia Meloni hatte zusätzlich 500 Soldaten in die Stadt geschickt, insgesamt waren rund 5000 Polizisten und andere Sicherheitskräfte im Einsatz. Luxusgeschäfte im Modeviertel hatten ihre Schaufenster verbarrikadiert, die meisten öffneten am Nachmittag wieder.

Proteste gegen die Regierung und die hohen Lebenshaltungskosten gab es in acht italienischen Städten. In Turin und Rom kam es laut der Nachrichtenagentur ANSA zu Zusammenstößen mit der Polizei; in Rom versuchte eine kleine Gruppe, ins Kolosseum einzudringen, und wurde vom Wachpersonal zurückgedrängt. Die Polizei meldete landesweit neun Festnahmen und 371 kurzzeitige Ingewahrsamnahmen, in Mailand wurden mehrere Minderjährige vorsorglich festgehalten.

Am Samstagmorgen nahm die Polizei in der Lombardei rund 150 Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen des Vorwochenendes vor, bereits am Freitag hatte es Razzien in mehreren Städten gegeben. Von den damals 45 Festgenommenen waren nach AP-Angaben 34 minderjährig. Justizminister Carlo Nordio sagte, Italien müsse „die Kapazität unserer Jugendhaftanstalten ausbauen“. Ähnliche Proteste gab es am Samstag auch in Madrid, Lissabon und Tirana.

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