Kehlsteinhaus ausgebrannt: Staatsanwaltschaft hält Tatverdächtigen für psychisch krank
Das als „Eagle’s Nest“ bekannte Gebäude bei Berchtesgaden ist fast völlig zerstört. Ein 33-Jähriger wurde festgenommen, der Schaden geht in die Millionen.

Archivbild · Foto: Tage Olsin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden ist in der Nacht zu Samstag fast vollständig ausgebrannt. Das 1937/38 unter den Nationalsozialisten errichtete Gebäude, international als „Eagle’s Nest“ bekannt, wird seit 1952 als Berggaststätte genutzt. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand, das Lokal war am Freitag geschlossen. Rund 200 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.
Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Festgenommen wurde ein 33 Jahre alter Deutscher, der den Einsatzkräften auf einem Motorrad entgegengekommen war und nach dpa-Informationen zunächst zu fliehen versuchte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein ergab ein psychiatrisches Kurzgutachten, dass der Mann psychisch krank ist; angestrebt wird eine Unterbringung in einer forensischen Klinik. Ein mögliches politisches Motiv wird geprüft, die Ermittlungen stehen am Anfang.
Das Haus gehört dem Freistaat Bayern. Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, sagte: „Der Schaden geht sicher in die Millionen.“ Das Gebäude sei gut versichert. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rechnet mit einem Wiederaufbau: „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können.“ Historiker sollen einbezogen werden.
