Über 900 Mio. Euro Schulden: Bulgargaz verlangt Krisentreffen mit Sofias Bürgermeister
Der staatliche Gasversorger vermisst Finanzdaten des Fernwärmebetreibers Toplofikazija Sofia – mitten in den Verhandlungen über den Gasvertrag für 2027 und zu Beginn der Heizsaison.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Der staatliche Gasversorger Bulgargaz hat Sofias Bürgermeister Wassil Terziew um ein dringendes Treffen in der kommenden Woche gebeten. Grund sind die Schulden des städtischen Fernwärmebetreibers Toplofikazija Sofia, die nach Angaben von Bulgargaz inzwischen mehr als 900 Millionen Euro betragen, wie 24 Chasa und Mediapool berichten. Das Unternehmen halte den vereinbarten Tilgungsplan wiederholt nicht ein und zahle nur sehr kleine Beträge. Vor dem Abschluss eines neuen Liefervertrags für 2027 verlangte Bulgargaz bis zum 22. Oktober Angaben zu Finanzlage und Liquidität, zu den Einnahmen aus dem Stromverkauf, einen aktualisierten Zahlungsplan bis Ende der Preisperiode 2026/2027 sowie eine Liquiditätsprognose für 13 Wochen. Die Daten seien nicht eingegangen.
Bulgargaz hält das Fehlen grundlegender Finanzinformationen mitten in der Heizsaison für inakzeptabel und fordert konkrete Zusagen, „подкрепени с осигурено финансиране“ (abgesichert durch eine gesicherte Finanzierung). Toplofikazija Sofia erklärte laut 24 Chasa, die begrenzte Liquidität erlaube es nicht, laufende und aufgelaufene Schulden auf einmal zu begleichen; man zahle im Rahmen der verfügbaren Mittel, die weitgehend von den Preisentscheidungen der Regulierungsbehörde KEWR abhingen. Mediapool zufolge sind zudem mehrere Hundert Haushalte in den Vierteln Istok, Mladost und Druschba seit etwa zwei Monaten wegen Havarien ohne Warmwasser.
