Rechnen mit Magnet- und Schallwellen: DARPA gibt Michigan-Team bis zu 6 Millionen Dollar
Statt Spannungen sollen magnetische und akustische Wellen Nullen und Einsen darstellen. Das Team der University of Michigan hält 100- bis 1.000-mal schnellere und sparsamere Rechner für möglich.

Archivbild · Foto: Michael Barera / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die University of Michigan erhält bis zu sechs Millionen Dollar aus dem Programm „Fast and Curious“ der US-Forschungsbehörde DARPA, wie die Hochschule am 20. Oktober mitteilte. Das Team um den Materialforscher John Heron will eine Alternative zum Transistor entwickeln. Hintergrund: Herkömmliche Transistoren dürften bis 2037 ihre maximale Energieeffizienz erreichen.
Das Bauteil namens M3BOLT besteht aus dem ferroelektrischen Kristall PMN-PT mit einer magnetischen Eisen-Gallium-Schicht darauf. Magnetische Wellen (Magnonen) und nichtmagnetische Schallwellen sollen die Zustände 1 und 0 darstellen. Da Magnonen bei Terahertz-Frequenzen arbeiten können, könnten Rechner damit laut Mitteilung Daten hunderte Male schneller verarbeiten als heutige Gigahertz-Prozessoren. Da die magnetische Ausrichtung ohne Strom erhalten bleibt, könnte dasselbe Material zugleich als Speicher dienen.
Die Forschenden schätzen, dass Rechner so 100- bis 1.000-mal schneller und energieeffizienter werden könnten; das Bauelement ist noch ein früher Entwurf. Beteiligt sind auch Roozbeh Tabrizian, Wei Lu sowie Jiamian Hu von der University of Wisconsin-Madison. „Autonome oder mobile Geräte könnten bessere Computer ohne riesige Stromversorgung mitführen“, sagt Heron.
