Nach Drohungen aus Pjöngjang: Südkorea schlägt Nordkorea Militärgespräche vor
Seoul will mit dem Norden den genauen Verlauf der Grenze klären und Zusammenstöße verhindern. Auslöser sind Minenexplosionen und Grenzübertritte – ob Pjöngjang antwortet, ist offen.
Foto: Staff Sgt. Richard Colletta / U.S. Department of Defense / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · WION · youtube.com
Südkorea hat Nordkorea am Freitag offiziell Militärgespräche angeboten. Kim Hong-cheol, Vizeminister für Verteidigungspolitik, sagte in einer Fernseherklärung, Ziel sei es, den genauen Verlauf der Landgrenze festzulegen, das Risiko versehentlicher Zusammenstöße zu senken und die militärischen Telefonleitungen wiederherzustellen. Auch das US-geführte UN-Kommando könne bei Bedarf teilnehmen. Termin und Ort sollen über Panmunjom abgestimmt werden.
Anlass ist eine Minenexplosion in der entmilitarisierten Zone im September, bei der laut AP drei südkoreanische Soldaten verletzt wurden (Reuters: zwei Schwerverletzte). Seouls Militär macht nordkoreanische Minen südlich der Demarkationslinie verantwortlich; Pjöngjang weist das zurück. Nach südkoreanischen Angaben überschritten nordkoreanische Soldaten bei Befestigungsarbeiten die Linie in diesem Jahr rund 50 Mal.
Ob der Norden reagiert, ist unklar: Einen ähnlichen Vorschlag vom November ließ Pjöngjang unbeantwortet. Erst in dieser Woche hatte Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, angekündigt, die Propaganda-Lautsprecher an der Grenze wieder einzuschalten. Marschall Pak Jong Chon bestritt Grenzverletzungen und drohte mit einer „überwältigenden Antwort“ auf Provokationen.
Quellen
- AP (via ABC News): South Korea proposes military talks with North Korea to calm rising border tensions, 23.10.2026
- Reuters (via ThePrint): South Korea proposes talks with North Korea on land border again, 23.10.2026
- The Korea Times: S. Korea proposes military talks with N. Korea over border conflict issue, 23.10.2026
