Berlin --:--Freitag, 23. Oktober 2026
LIVE
KINACHRICHTENFAKTENKONTEXT
KI-Forschung ·

Proteine nach Maß: Nobelpreisträger Baker und Nvidia öffnen KI-Modell RFD4-Proteina

Das Institute for Protein Design der University of Washington und Nvidia haben ein offenes KI-Modell für den Entwurf neuer Proteine vorgestellt. Es soll fünf- bis zehnmal häufiger Treffer liefern.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: Arthur Petron / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · NVIDIA · youtube.com

Das Institute for Protein Design (IPD) der University of Washington und der Chipkonzern Nvidia haben gemeinsam das KI-Modell RFD4-Proteina entwickelt. Es entwirft Proteine mit gezielten Funktionen und verbindet die RosettaFold-Diffusion-Reihe des IPD mit Nvidias Modell Proteina-Complexa. Das Besondere: Das Modell passt Sequenz und Struktur eines Proteins gemeinsam mit den Molekülen an, mit denen es reagieren soll – ändert sich ein Teil, werden die anderen nachgeführt. Bei schwierigen Aufgaben kann es mehr Rechenzeit einsetzen.

Nach Angaben der Universität liegt die Erfolgsquote bei rechnerischen Vergleichstests fünf- bis zehnmal höher als bei früheren Modellen, Kandidaten entstehen fünf- bis zehnmal schneller. Das Modell steht unter der offenen BSD-3-Lizenz frei zur Verfügung. „RFD4-Proteina wird die Tür zu neuen Lösungen in Medizin, Nachhaltigkeit, Materialien und Biotechnologie öffnen“, sagte IPD-Direktor David Baker, der 2024 den Chemie-Nobelpreis erhielt.

Erste Anwender aus dem eigenen Haus berichten von schnellen Ergebnissen: Der Doktorand Seth Woodbury sagte, man habe „in nur wenigen Tagen“ ein Enzym zum Abbau von Pestiziden entworfen, das um ein Vielfaches besser arbeite als sein bisher bestes. Geleitet wurde das Projekt von den Doktoranden Nathaniel Corley, Maxwell Kazman und Rafi Brent.

Mehr aus dem Ressort

← KI