Jordanien: Schüsse auf Trauerfeier in Kirche – mindestens sieben Tote
Bewaffnete haben in Karak eine griechisch-orthodoxe Kirche während einer Beerdigung angegriffen. 34 Menschen wurden verletzt. König Abdullah kündigt die „härteste Vergeltung“ an.

Archivbild · Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Jordanien haben Bewaffnete am Freitag eine Trauerfeier in einer griechisch-orthodoxen Kirche im Dorf Hamoud im Gouvernement Karak angegriffen. Nach Angaben des Chefs der Behörde für öffentliche Sicherheit, Generalmajor Abdallah al-Maaytah, wurden mindestens sieben Menschen getötet und 34 verletzt, 27 von ihnen werden noch im Krankenhaus behandelt. Zuvor war von sechs Toten die Rede gewesen. Laut einem Zeugen waren 150 bis 200 Menschen in und vor der Kirche; die meisten Opfer sollen zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen sein.
Die Angreifer stiegen laut den Behörden aus einem Fahrzeug, eröffneten das Feuer und flohen. Ein vom Staatssender Al-Mamlaka ausgestrahltes Überwachungsvideo, dessen Ort Reuters überprüfte, zeigt drei Schützen. Bislang gibt es weder Festnahmen noch ein Bekennerschreiben. Innenminister Mazen al-Faraya sprach von „Extremisten“, es sei aber zu früh, um Verbindungen zu bekannten Gruppen festzustellen.
König Abdullah II. reiste am Abend nach Karak und kündigte an, mit „eiserner Faust“ zu reagieren. UN-Generalsekretär Guterres verurteilte den Angriff ebenso wie US-UN-Botschafter Mike Waltz. Die griechisch-orthodoxe Erzdiözese erklärte, der Angriff sei dem gemäßigten Islam Jordaniens fremd. Christen sind in Jordanien eine kleine Minderheit; Anschläge auf Gotteshäuser sind dort äußerst selten.
