Freispruch in Ohrid: Sofia reagiert scharf auf Urteil zum Angriff auf Vereinssekretär
Ein Gericht in Nordmazedonien hat zwei Männer vom Vorwurf freigesprochen, 2023 den Sekretär eines bulgarischen Kulturvereins schwer verletzt zu haben. Das Außenministerium spricht von Straflosigkeit.

Archivbild · Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Im neu aufgerollten Prozess um den Angriff auf den Sekretär des inzwischen aufgelösten bulgarischen Kulturvereins „Zar Boris III.“ hat das Grundgericht in Ohrid am Donnerstag beide Angeklagten freigesprochen. Dasselbe Gericht hatte die Männer im März 2025 noch zu je acht Monaten Haft verurteilt; das Berufungsgericht in Bitola ordnete nach Einsprüchen beider Seiten eine Neuverhandlung an. Neue Beweise wurden laut BTA in der einzigen Sitzung nicht vorgelegt, die schriftliche Begründung soll folgen.
Der Mann war im Januar 2023 vor einem Lokal in Ohrid angegriffen worden und erlitt unter anderem zwei gebrochene Wirbel und einen Kieferbruch. Er nannte den Freispruch nach Angaben der BTA „schändlich und beschämend“. Sein Anwalt sieht ethnischen Hass als Motiv und hofft, dass die Staatsanwaltschaft Berufung einlegt – nur sie kann das Urteil anfechten.
Das bulgarische Außenministerium erklärte, Bulgarien werde den Betroffenen und alle Bulgaren in Nordmazedonien weiter voll unterstützen; eine weitere Verfestigung der Straflosigkeit bei Hassverbrechen sei „unzulässig“. Fünf bulgarische Abgeordnete aller großen Parteien verfolgten die Verhandlung in Ohrid und zeigten sich enttäuscht.
Quellen
- BTA: Ohrid Court Clears Two Men in Hristijan Pendikov Beating Case, 22.10.2026
- BTA: Bulgarian MPs Voice Support for Bulgarian Club Secretary Pendikov after Acquittals, 22.10.2026
- BTA: Адвокатът на Пендиков: Нападението е в резултат на етническа агресия; Пендиков: Срамна и позорна присъда, 22.10.2026
- BNT: МВнР за присъдата на Християн Пендиков: Ще продължим да подкрепяме българите в РСМ в борбата им за равни права, 22.10.2026
