Nokia: Umsatz mit KI-Kunden mehr als verdoppelt – Aktie fällt trotzdem
Rechenzentren treiben Nokias Netzwerkgeschäft: Der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden stieg im dritten Quartal um 123 Prozent. Anleger störten sich jedoch an der gesenkten Cashflow-Prognose.

Archivbild · Foto: Pöllö / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat im dritten Quartal 2026 deutlich von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 5,154 Milliarden Euro, währungsbereinigt waren es 9 Prozent. Der vergleichbare operative Gewinn wuchs um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro, die vergleichbare operative Marge lag bei 11,7 Prozent. Laut TradingKey hatten Analysten im Schnitt mit 5,06 Milliarden Euro Umsatz und 454 Millionen Euro operativem Gewinn gerechnet.
Wachstumstreiber war die Sparte Network Infrastructure mit einem Umsatzplus von 17 Prozent auf 2,158 Milliarden Euro. Das Geschäft mit IP-Netzen wuchs um 43 Prozent, das mit optischen Netzen um 18 Prozent. Der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden stieg um 123 Prozent, der Auftragseingang aus diesem Bereich um 118 Prozent. Nach Angaben von Konzernchef Justin Hotard gewann Nokia dort neue Aufträge über 1,5 Milliarden Euro. Für 2027 erwartet das Unternehmen bei optischen und IP-Netzen zusammen ein Wachstum von 25 bis 30 Prozent.
Nach dem Bericht gab die Aktie dennoch nach: Laut der finnischen Zeitung Kauppalehti, zitiert von Xinhua, lag sie am Mittag in Helsinki rund 3 Prozent im Minus, teils wegen des schwächeren Cashflows. Nokia senkte seine Erwartung, welcher Anteil des Gewinns 2026 als freier Cashflow hängen bleibt (Cash-Conversion), von 55 bis 75 auf 35 bis 55 Prozent. Grund sind rund 400 Millionen Euro zusätzliches Betriebskapital, unter anderem um Lieferungen für 2027 abzusichern. Wegen vorgezogener Umbau- und Integrationskosten fiel der berichtete operative Gewinn um 22 Prozent auf 196 Millionen Euro; die Kosten der Sparprogramme veranschlagt Nokia nun auf 1,1 Milliarden Euro. Die Jahresprognose für den vergleichbaren operativen Gewinn von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro bleibt unverändert.
