Kriegsrisiko im Schwarzen Meer: Teurere Versicherungen, aber Getreidehandel läuft
Nach den Drohnenangriffen in Bulgariens Wirtschaftszone steigen die Kosten für Reeder. Agrarminister Abrowski sieht keine Störung der Häfen, Umweltbehörden finden keine Ölverschmutzung.

Symbolbild · Foto: Photography & Art: Kosi Gramatikoff User:Kosigrim / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das Schwarze Meer gilt seit dem 16. September als Kriegsrisikogebiet, entsprechend sind Schiffsversicherungen deutlich teurer geworden. Kapitän Alexander Kaltschew, Exekutivdirektor der Reederei „Bulgarische Seeflotte“ (BMF), bezifferte die Prämie auf 1 bis 2 Prozent des Schiffswertes – bei einem Schiff im Wert von 30 bis 40 Millionen eine erhebliche Summe, die am Ende der Eigentümer der Ladung zahle. Nach seinen Angaben wurden im Schwarzen Meer bereits fast 200 Schiffe getroffen; das Meer sei damit gefährlicher als die Straße von Hormus.
Agrarminister Plamen Abrowski sagte bei einem Forum in Plowdiw, es gebe keine Hinweise auf abgewiesene Getreideschiffe von oder nach Bulgarien. Die Häfen Warna und Burgas arbeiteten ohne Probleme, das habe ihm auch der Verband der Getreideerzeuger bestätigt. Einen Anstieg der Preise für Weizen oder Sonnenblumen erwartet er nicht.
Auch ökologische Folgen der Angriffe wurden bislang nicht festgestellt. Wasserproben an der Küste bei Kaliakra, Bjala und Sosopol zeigten keine Erdölprodukte; erhöhte Stickstoff- und Phosphorwerte führt die Beckendirektion Schwarzes Meer auf die Landwirtschaft zurück. Proben von den Stellen, an denen die „Able“ und die „Alfa Watan“ getroffen wurden, sollen in Kürze folgen.
