Bombendrohungen: Innenminister verweist auf gekaperte Mailkonten im Ausland
Hunderte Drohmails an Gerichte, Schulen und Flughäfen seit Juni: Laut Innenminister Demerdschiew stammen sie von gehackten Konten in fünf Ländern. Festnahmen gibt es bisher keine.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Die Welle von Bombendrohungen gegen bulgarische Einrichtungen geht nach Angaben von Innenminister Iwan Demerdschiew auf gekaperte E-Mail-Konten im Ausland zurück. Bei einer Anhörung im Parlament nannte er Mail- und Hosting-Anbieter in Italien, Großbritannien, dem Libanon, Brasilien und Argentinien sowie einen kostenlosen anonymisierenden Schweizer Maildienst. Seit Juni seien Hunderte Drohschreiben eingegangen – an Gerichte, Universitäten, Schulen, Kindergärten, Flughäfen und Häfen. Auch am Freitag gingen erneut Drohungen bei mehreren Institutionen ein.
Die Texte seien nahezu identisch, automatisiert erstellt und maschinell ins Bulgarische übersetzt, sagte der Minister. Die Täter seien nicht identifiziert; man gehe davon aus, dass es keine bulgarischen Staatsbürger seien. Zugänge zu manchen gekaperten Postfächern seien in Hackerforen zum Kauf angeboten worden, Anonymisierungsdienste verschleierten den wahren Absender. Wirksam blockieren lasse sich der Versand derzeit nicht.
Demerdschiew sagte, die Drohungen nähmen in bestimmten Phasen sprunghaft zu – etwa nach seiner Anhörung am 2. Juli und erneut in dieser und der vergangenen Woche. Es laufen Ermittlungsverfahren wegen falscher Alarmmeldungen. Nach Angaben von Partnerdiensten wurden im selben Zeitraum auch Dutzende Einrichtungen auf dem Balkan und in Europa bedroht.
