Raketen aus dem Gästeblock: Polizei und Hannover 96 verurteilen Derby-Krawalle
Beim 2:0 Braunschweigs gegen Hannover schossen Gästefans Pyrotechnik in den Heimbereich. Ein Zuschauer und eine Polizistin wurden leicht verletzt, die Polizei kündigt Strafverfolgung an.

Archivbild · Foto: Brunsviga / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das Niedersachsenderby der 2. Bundesliga zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 ist von Ausschreitungen überschattet worden. Nach Angaben der Polizei Braunschweig wurde in der Nachspielzeit wiederholt Pyrotechnik aus dem Gästeblock in den angrenzenden Heimbereich geschossen – auf Zuschauer, Ordner, Polizeikräfte und Rettungsdienst. Ein Besucher und eine Polizistin wurden durch Raketen leicht verletzt. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach die Partie, die Braunschweig mit 2:0 gewann, für mehrere Minuten.
Laut Polizei waren rund 800 Beamte der Polizeiinspektion Braunschweig und etwa 300 Bundespolizisten im Einsatz. Bereits vor dem Spiel wurden beim Fanmarsch von rund 2.000 Braunschweiger Anhängern vier Menschen durch aus dem Marsch heraus gezündete Feuerwerkskörper verletzt; zudem kam ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe BSVG verletzt ins Krankenhaus. Thomas Ring, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig, erklärte: „Ich verurteile das Verhalten der Hannoveraner Fans aufs Schärfste.“ Die Übergriffe würden konsequent verfolgt, teilte die Polizei mit.
Hannover 96 sprach von einer „inakzeptablen Eskalation“ im Gästeblock. Der Klub kündigte Konsequenzen an und will sich nach eigenen Angaben aktiv daran beteiligen, die Verursacher zu identifizieren. „Sie haben die Gesundheit anderer Menschen wissentlich gefährdet“, hieß es in der Stellungnahme.
