Nur ein Versuch: ESA probt mit Zwillingsrover die erste Fahrt von der Mars-Landeplattform
Bevor Rosalind Franklin den Mars erkundet, muss der Rover über Rampen von seinem Lander rollen. In Turin übte der Zwilling Amalia das über 20-mal – auch bei 20 Grad Neigung.
Foto: Américo Toledano / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · European Space Agency, ESA · youtube.com
Die Europäische Weltraumorganisation ESA bereitet den ExoMars-Rover Rosalind Franklin auf einen der kritischsten Momente der Mission vor: die Fahrt von der Landeplattform auf den Marsboden. In einer zweimonatigen Testreihe, die Teams des Hauptauftragnehmers Thales Alenia Space in den Einrichtungen von ALTEC in Turin durchführten, fuhr der Zwillingsrover Amalia mehr als 20-mal von einem Lander-Nachbau herunter. Ein ESA-Video zeigt die Versuche.
Ein Hebesystem an der Decke nahm dem 300 Kilogramm schweren Rover zwei Drittel seines Gewichts ab, um die geringere Schwerkraft des Mars nachzubilden. Eine hydraulische Plattform kippte Rover und Lander um 20 Grad, unter den Rampen lagen Hindernisse. Die Plattform hat vorn und hinten je zwei drei Meter lange Rampen aus Aluminium mit Wabenstruktur, entwickelt von der polnischen Firma Astronika.
„Auf dem Mars haben wir nur eine Chance. Wenn wir einmal heruntergefahren sind, gibt es keinen Weg zurück, also müssen wir es richtig machen“, sagt ESA-Roverteamleiter Eric Zekri. Die wichtigste erste Entscheidung sei, in welche Richtung der Rover herunterfährt. Auf dem Mars soll Rosalind Franklin diese Fahrt 2030 antreten.
