Polen: Dritter Angriff an einer Bildungseinrichtung binnen einer Woche – drei Verletzte
Eine 21-Jährige soll in einer Warschauer Bildungseinrichtung drei Menschen verletzt haben. Die Polizei nahm landesweit 76 Personen fest und überprüfte fast 50.000 Schulen.

Symbolbild · Foto: Guillaume.G / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Eine 21-jährige Frau soll am Samstag gegen 12.30 Uhr Ortszeit in einer Warschauer Bildungseinrichtung nach Polizeiangaben Menschen mit einem „gefährlichen Gegenstand“ angegriffen haben. Drei Menschen wurden verletzt – laut AP zwei 17-Jährige und eine 24 Jahre alte Person, keiner von ihnen lebensgefährlich. Ein Verletzter kam nach Angaben von Polizeisprecher Jakub Filipiak ins Krankenhaus, zwei weitere mussten nicht stationär behandelt werden. Die Tatverdächtige kannte die Opfer nicht. Die Polizei nannte die Einrichtung nicht; es handelt sich um eine postsekundäre Schule, die auch samstags geöffnet ist.
Es ist der dritte Angriff dieser Art in Polen in weniger als einer Woche. Am Mittwoch (7. Oktober) soll ein 19-jähriger Berufsschüler in der Woiwodschaft Masowien neun Menschen – Schüler, Lehrer und Passanten – mit einem scharfen Gegenstand verletzt haben. Am Donnerstag (8. Oktober) soll ein 15-Jähriger den Hausmeister seiner früheren Grundschule in Leszczydół-Nowiny erstochen und zwei Erwachsene verletzt haben; laut AP trug er eine Kamera, um die Tat aufzuzeichnen. Der Schulleiter überwältigte ihn. Beide Tatverdächtige sind in Gewahrsam.
Die Behörden verschärften die Sicherheitsvorkehrungen: Die Polizei nahm landesweit 76 Menschen fest und überprüfte fast 50.000 Schulen. Am Freitag setzten 59 Schulen, vor allem in Masowien, vorsorglich den Unterricht aus; vielerorts gab es zusätzliches Personal an den Eingängen und freiwillige Taschenkontrollen. „Hier wird es keine Kompromisse geben. Die Sicherheit der Jugend ist das Wichtigste“, sagte Innenminister Marcin Kierwiński. Die Regierung fand nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Internet-„Challenge“, eine Verbindung zwischen den Taten ist offiziell nicht bestätigt. Regierungschef Donald Tusk kündigte einen neuen Anlauf für ein Gesetz zum Sperren schädlicher Online-Inhalte an.
