Dendemann – „Doch!“ im Test: Boom-Bap-Kommentar zur Lage des Deutschrap
Kein Album, nicht bei Spotify: Dendemanns Mixtape „Doch!“ gibt es nur über die eigene Website. laut.de vergibt vier von fünf Punkten und lobt die Reimkunst.

Archivbild · Foto: Arne Müseler / www.arne-mueseler.com / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
Dendemann macht es seinen Hörern nicht leicht – und genau darin liegt der Reiz. Das Mixtape „Doch!“ erschien am 29. September, ist aber weder bei Spotify noch bei Apple Music zu finden, sondern zunächst nur über die Website meinstream.org. Laut Testspiel.de wurde es auf Tour außerdem als White-Label-Vinyl verkauft. Vorab erschienen die Singles „Wiederstand“ und „Cliquehänger“, zu denen es Videos gibt.
laut.de-Autor Mathias Liegmal gesteht, zunächst eine Midlife-Crisis-Platte vermutet zu haben. Beim wiederholten Hören zeigten sich jedoch zahlreiche aktuelle Bezüge: Zeilen und Samples von Nina Chuba, Xatar oder Felix Kummer werden zerhackt und in Dendes Boom-Bap-Kosmos eingebaut, dazu kommen Zitate von Udo Lindenberg und den Einstürzenden Neubauten. Die Beats von Produzent Tilman Hopf halten sich zurück und lassen den Texten den Vortritt. Das Projekt soll in nur fünf Tagen entstanden sein.
Das Fazit fällt deutlich aus: „Selten griffen Form und Inhalt so perfekt ineinander wie hier.“ Dass die Botschaft nie der formalen Komplexität untergeordnet werde, sei Dendes große Stärke – und: „Der Zweckreim ist sein Erzfeind.“ In der Redaktionswertung gibt es vier von fünf Punkten.
