Love-Scamming: Betroffene sollen Sicherheitsregeln für Dating-Apps mitschreiben
Der britische Dating-Branchenverband ODDA hat ein Verbraucherpanel gegründet, in dem auch Opfer von Liebesbetrug mitreden. Es soll neue Schutzfunktionen der Plattformen prüfen.

Symbolbild · Foto: Mohamed Hassan / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Wer schon einmal auf einen Liebesbetrüger hereingefallen ist, soll künftig mitbestimmen, wie Dating-Plattformen ihre Nutzer schützen. Die Online Dating and Discovery Association (ODDA), ein Verband von Dating- und Kennenlern-Anbietern mit Sitz in Großbritannien, hat dafür am 8. Oktober auf ihrer Jahreskonferenz in London ein Verbraucher-Sicherheitspanel vorgestellt – mitten in der „Romance Abuse Awareness Week“. Dem Gremium sollen 12 bis 16 Menschen angehören: Betroffene von Liebesbetrug oder Missbrauch, gewöhnliche Nutzer, unabhängige Fachleute und Verbraucherschützer. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Autorin und Love-Scamming-Expertin Becky Holmes und der Finanzkriminalitäts-Fachmann Olivier Kraft.
Mitgliedsfirmen der ODDA können das Panel zu neuen Sicherheitsfunktionen und Regeln befragen; seine Rückmeldungen sollen in die Branchenstandards, Stellungnahmen und Studien des Verbands einfließen. Moderiert wird es gemeinsam mit Anna Rowe, Mitgründerin der Hilfsorganisation LoveSaid, die Opfer von Liebesbetrug unterstützt. Die Mitglieder teilen nach Verbandsangaben nur, was sie selbst preisgeben wollen. „Those standards are stronger when the people they protect help write them“, sagte ODDA-Chef Simon Newman – Standards seien stärker, wenn die Menschen, die sie schützen sollen, daran mitschreiben. Die erste Sitzung ist in den kommenden Wochen geplant; welches Thema zuerst bearbeitet wird, steht noch nicht fest.
Wie Betrüger vorgehen, zeigt eine KI-Betrugs-Watchlist, die die britische Verbraucherschutzbehörde National Trading Standards Ende September veröffentlichte und die ODDA aufgegriffen hat. Auch Liebes- und „Freundschafts“-Betrug steht darauf. Ein typisches Warnzeichen: Jemand, den man online kennengelernt hat, bekundet sehr schnell starke Gefühle; ein weiteres ist Druck oder Dringlichkeit. Die Grundregel gilt trotz KI unverändert: kein Geld, keine Gutscheinkarten und keine persönlichen Daten an Menschen schicken, deren Identität sich nicht überprüfen lässt.
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