Messroboter statt falsch platziertem Thermostat: CMU will Heizkosten senken
Forschende der Carnegie Mellon University entwickeln einen günstigen mobilen Sensor, der von Raum zu Raum fährt und Temperatur und Luftqualität misst – damit Heizung und Kühlung gezielter arbeiten.
Foto: Cbaile19 / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · College of Engineering, Carnegie Mellon University · youtube.com
Heizen und Kühlen kann mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs eines Haushalts ausmachen. Ein Team der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh will diesen Anteil mit besseren Messdaten senken. Das Problem: Ein Thermostat neben einer Außentür meldet zu niedrige, einer an einer sonnigen Wand zu hohe Temperaturen – und viele Gebäude haben gar keinen oder sind schlecht gedämmt.
Die Forschenden um die Architekturprofessorin Erica Cochran Hameen bauen deshalb einen kostengünstigen mobilen Messroboter, der durch die Wohnung fährt und in jedem Raum Temperatur und Luftqualität erfasst. „Ein Roomba fährt durch Ihr Haus, weil er weiß, dass Staub nicht an einem Ort bleibt“, vergleicht Cochran Hameen. Ziel sei ein System, bei dem alle Haustechnik-Komponenten miteinander kommunizieren. Entwickelt wird das Gerät mit dem Carnegie Bosch Institute; Im Pittsburgher Stadtteil Homewood gab es bereits Kurse für interessierte Bewohnerinnen und Bewohner.
Parallel untersucht die Ingenieurin Destenie Nock, wie viel Energie ein Haushalt für Grundbedürfnisse braucht: Eine Ein-Zimmer-Wohnung mit rund 1.000 Quadratfuß (etwa 93 Quadratmeter) benötigt nach ihren Berechnungen je nach Heizungsart 600 bis 1.300 Kilowattstunden Strom. Nock schlägt Tarife mit einer festen Grundgebühr für eine Mindestmenge Energie und planbaren Rechnungen vor, ergänzt um Zuschläge für Mehrverbrauch – ähnlich wie bei Telefonverträgen.
