Live-Übertragung einer Hinrichtung: UN warnen vor Folter, Vance will nicht zusehen
Der Pentagon-Plan, die Erschießung des Fort-Hood-Attentäters Hasan zu streamen, stößt auf Kritik von Senatoren, Bischöfen und der UN. Befürworter sprechen von Transparenz.

Archivbild · Foto: David B. Gleason from Chicago, IL / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Plan des US-Verteidigungsministeriums, die Hinrichtung des Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan per Livestream zu übertragen, stößt auf breiten Widerstand. Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte gegenüber AFP, eine live übertragene Hinrichtung komme einer öffentlichen Hinrichtung gleich und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen. Hasan, der 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood 13 Menschen erschoss, soll nach Angaben der AP am 3. Dezember von einem Erschießungskommando hingerichtet werden. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Übertragung am Donnerstag angekündigt.
Vizepräsident JD Vance sagte am Freitag laut AP, er bezweifle, dass es dazu komme, und werde nicht zusehen. Der republikanische Senator Thom Tillis nannte das Vorhaben „mehr als widerlich“ und verglich es mit Praktiken „unterdrückerischer Diktaturen“, der Demokrat Chris Murphy sprach ebenfalls von „widerlich“. Der Vorsitzende der katholischen US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul S. Coakley, nannte die Entscheidung eine „barbarische Förderung einer Kultur des Todes“. Der Republikaner Andy Ogles verteidigte ihn dagegen: Eine öffentliche Hinrichtung sei, was „dieser Terrorist verdient“.
Auch unter Befürwortern der Todesstrafe ist der Plan umstritten. Der Rechtsprofessor Robert Blecker argumentierte laut AP, die Öffentlichkeit solle sehen können, was in ihrem Namen geschehe. Rachel Sutphin, deren Vater als Hilfssheriff getötet worden war, warnte dagegen, die Vergeltung sei fast zu einer Form der Unterhaltung geworden. Nach einer Pew-Umfrage vom Juli halten etwa zwei Drittel der Amerikaner die Todesstrafe bei Mord für moralisch gerechtfertigt; in den USA wurden in diesem Jahr laut AP bereits 30 Menschen hingerichtet, acht weitere Termine sind angesetzt.
