Berlin --:--Samstag, 10. Oktober 2026
LIVE
EuropaNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Europa ·

Frankreich: UNO besorgt über Gewalt bei Schülerprotesten – 141 Gymnasien zu

Seit fünf Tagen protestieren Schüler in Frankreich. Das UN-Menschenrechtsbüro äußert Sorge, die Regierung schickt 3.000 Vertretungslehrer an besonders betroffene Schulen.

Blockiertes Gymnasium in Grenoble, 30.09.2026 (Archivbild)

Archivbild · Foto: David.Monniaux / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Proteste von Oberschülern in Frankreich reißen nicht ab: Am Freitag waren nach Angaben des Bildungsministeriums 141 der rund 3.700 Gymnasien (Lycées) des Landes geschlossen. Es war der fünfte Protesttag in Folge. Die Jugendlichen, meist zwischen 15 und 18 Jahre alt, kritisieren Lehrermangel, überfrachtete Stundenpläne, marode Gebäude und Schulen, die nicht für steigende Temperaturen gerüstet sind. Die Kundgebungen verlaufen überwiegend friedlich, vereinzelt wurden aber Feuer gelegt und Wartehäuschen beschädigt.

Das UN-Menschenrechtsbüro zeigte sich besorgt. „Wir verfolgen mit Sorge Vorfälle im Zusammenhang mit den Schülerprotesten und Schulblockaden in Frankreich“, sagte Sprecherin Shabia Mantoo laut Euronews. Nach Angaben des Justizministeriums kamen seit Mitte September fast 7.000 Menschen in Polizeigewahrsam, rund 86 Prozent von ihnen Minderjährige. Menschenrechtsgruppen werfen der Polizei, die Tränengas, Schlagstöcke und Granaten einsetzte, übermäßige Gewalt vor; 18 interne Ermittlungen laufen.

Bildungsminister Édouard Geffray kündigte am Donnerstagabend an, in den kommenden Tagen rund 3.000 Vertretungslehrer an die 114 am stärksten betroffenen Gymnasien zu schicken. Premierminister Sébastien Lecornu hat bis Ende Oktober einen Plan versprochen. Laut Haushaltsentwurf 2027 soll der Bildungsetat um 1,4 Prozent auf 90,9 Milliarden Euro steigen. Schülervertreter Marius Mesnil sprach von „ein paar Krümeln“ und rief für Dienstag zu einer neuen Protestwelle auf.

Mehr aus dem Ressort

← Europa