SpaceX kauft Funkfrequenzen: Starlink will großer Mobilfunkanbieter in den USA werden
SpaceX übernimmt landesweite 800-MHz-Frequenzen von Grain Management, um Handys auch in Gebäuden per Starlink zu versorgen. Die Aktien von T-Mobile, AT&T und Verizon brechen ein.

Archivbild · Foto: Official SpaceX Photos / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
SpaceX hat sich landesweite Mobilfunkfrequenzen im 800-MHz-Band gesichert. Verkäufer ist die Investmentfirma Grain Management, wie aus einer Eingabe bei der US-Regulierungsbehörde FCC hervorgeht. Ein Kaufpreis wurde offiziell nicht genannt; das „Wall Street Journal“ berichtet von acht Milliarden Dollar in bar. Das Geschäft muss noch von der FCC genehmigt werden. Ziel ist der geplante Dienst „Starlink Mobile“: Niedrige Frequenzen dringen besser durch Wände, sodass Telefone auch in Gebäuden Empfang hätten. Laut SpaceX schließt der Kauf eine der wichtigsten verbliebenen technischen Lücken seiner Mobilfunkpläne.
Elon Musk schrieb, dies sei „das letzte entscheidende Teil des Frequenzpuzzles“, damit SpaceX in Amerika vollständige Handyabdeckung bieten könne. Laut SpaceX soll das Unternehmen so zu einem „großen Mobilfunkanbieter“ in den USA werden. Die FCC hat bereits den Start von 15.000 Starlink-Mobile-Satelliten genehmigt, die im 2-GHz-Band direkt mit Handys verbunden sind. Diese Frequenzen hatte SpaceX im vergangenen Jahr im Rahmen eines 17-Milliarden-Dollar-Geschäfts von EchoStar erworben. Die meisten aktuellen Geräte unterstützen das 800-MHz-Band bereits.
An der Börse traf die Nachricht die etablierten Anbieter hart. T-Mobile verlor am Freitagvormittag laut CBS News 11 Prozent, AT&T 7,4 Prozent; auch Verizon gab vorbörslich um mehr als 7 Prozent nach. Die SpaceX-Aktie legte zu. UBS-Analyst John Hodulik erwartet keine Hürden bei der Genehmigung, sieht aber kurzfristig nur begrenzte Folgen für die Branche, da SpaceX Zeit für den Ausbau brauche. Die Konzernchefs von AT&T und Verizon hatten zuvor betont, Satelliten könnten mit Netzen am Boden kaum konkurrieren – in Städten schon aus physikalischen Gründen nicht.
