Bahn bremst bei Generalsanierungen: Bis 2031 nur 13 statt 21 Strecken
Bund und Deutsche Bahn verschieben acht große Streckensanierungen, darunter Stuttgart–Ulm und Frankfurt–Heidelberg. Ein Enddatum für das Gesamtprogramm gibt es nicht mehr.

Symbolbild · Foto: Spoorjan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium fahren das Programm der Generalsanierungen zurück. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt der bisher geplanten 21 stark befahrenen Korridore umfassend erneuert werden, teilten beide am Freitag mit. Acht Vorhaben rutschen auf unbestimmte Zeit nach hinten, darunter Bremen–Bremerhaven, Koblenz–Mainz, Stuttgart–Ulm, Frankfurt–Heidelberg, Mannheim–Karlsruhe, Bremen–Hamburg und Würzburg–Nürnberg. „Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben“, hieß es. Die Prioritäten für die Jahre ab 2032 sollen im kommenden Jahr festgelegt werden.
Bereits 2027 sollen nach dem neuen Plan Lehrte–Berlin, Rosenheim–Salzburg und Fulda–Hanau folgen, 2029 unter anderem Hamburg–Hannover und Aachen–Köln. Ein Abschlusstermin für die rund 40 Generalsanierungen ist offen; bisher galt 2036. Ein Fünf-Punkte-Plan sieht besser vorbereitete Umleitungen, eine schrittweise Inbetriebnahme sanierter Strecken und das digitale Zugsicherungssystem ETCS als Standard vor. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte: „Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig“ – in der Vergangenheit habe die Umsetzung aber zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.
Bahnchefin Evelyn Palla hatte im Sommer angekündigt, das von ihrem Vorgänger Richard Lutz und Ex-Minister Volker Wissing beschlossene Konzept zu überprüfen. „Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen“, sagte sie nun. Die Sanierung Hamburg–Berlin war sechs Wochen zu spät fertig geworden, danach kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich. Bahn und Bund verweisen dagegen auf die Riedbahn, wo Züge den sanierten Abschnitt um 20 Prozent pünktlicher verlassen, als sie ihn erreichen.
